Für Anträge bei Standesämtern, Ausländerbehörden, Schulen und Krankenkassen wird in Deutschland häufig eine Geburtsurkunde verlangt. Stammt sie aus einem arabischsprachigen Land, muss sie ins Deutsche übersetzt werden, in der Regel beglaubigt. Kleine Fehler bei Namen oder Daten können dabei große Folgen haben, deshalb lohnt sich ein sorgfältiges Vorgehen.

Was eine beglaubigte Übersetzung ist

Bei einer beglaubigten Übersetzung bestätigt eine dafür befugte Person mit Vermerk, Datum, Unterschrift und Stempel, dass die Übersetzung vollständig und richtig ist. Der Vermerk ist Teil des Dokuments und wird mit der Übersetzung fest verbunden.

Ohne Beglaubigungsvermerk lehnen viele Behörden die Übersetzung ab. Fragen Sie vorab nach, welche Form verlangt wird.

Aufbau arabischer Geburtsurkunden

Arabische Urkunden enthalten Namen des Kindes und der Eltern, Geburtsdatum, Geburtsort, Registernummer, Datum der Eintragung und Stempel der Behörde. Je nach Land unterscheiden sich Aufbau, Schrift und Begriffe. Eine marokkanische Urkunde sieht anders aus als eine irakische oder ägyptische.

Teilen Sie dem Übersetzer mit, aus welchem Land und von welcher Behörde das Dokument stammt.

Namen richtig schreiben

Die größte Fehlerquelle ist die Übertragung arabischer Namen in lateinische Buchstaben. Ein Name wie "Muhammad" wird je nach Land und Dokument unterschiedlich geschrieben. Verwenden Sie die Schreibweise aus dem Reisepass oder Aufenthaltstitel und geben Sie diese dem Übersetzer vor.

Prüfen Sie auch, ob Vater- und Großvaternamen in der Urkunde aufgeführt sind. Deutsche Behörden brauchen eine eindeutige Zuordnung der Familienverhältnisse.

Datum und Kalender

Manche arabische Urkunden nennen das Datum nach dem islamischen Kalender, andere nach dem gregorianischen, viele beides. Der Übersetzer gibt beide Angaben an, wenn sie im Original stehen, und nennt das gregorianische Datum eindeutig. Monate werden ausgeschrieben, damit keine Verwechslung entsteht.

Ziffern und Schreibrichtung

Arabisch wird von rechts nach links geschrieben, und Zahlen erscheinen in östlichen oder westlichen Ziffern. Die Übersetzung muss die Angaben exakt übertragen. Prüfen Sie Registernummern und Aktenzeichen mehrfach, denn ein Zahlendreher kann dazu führen, dass die Behörde die Urkunde nicht zuordnen kann.

Stempel, Siegel und Randvermerke

Alle Stempel, Siegel, Unterschriften und handschriftlichen Zusätze gehören zur Urkunde. Gute Übersetzer geben sie in Klammern wieder, damit der Leser weiß, dass sie existieren. Randvermerke zu späteren Änderungen oder Berichtigungen müssen vollständig übersetzt werden.

Legalisation und Apostille

Je nach Herkunftsland verlangen deutsche Behörden eine Legalisation oder Apostille für die Originalurkunde. Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge informiert auf bamf.de über Anforderungen bei Dokumenten für Verfahren, die in seine Zuständigkeit fallen. Klären Sie die Reihenfolge: Meist wird erst legalisiert und dann übersetzt.

Fachkundige Unterstützung

Wer Urkunden beglaubigt übersetzen lassen möchte, wählt am besten ein Büro mit Muttersprachlern. Ein Anbieter für Arabisch Übersetzung erstellt beglaubigte Fassungen, prüft Namen und Zahlen zweifach und achtet auf die Anforderungen deutscher Behörden.

Mehr zur Geburtsurkunde

Welche Angaben in Geburtsurkunden wichtig sind und worauf Ämter achten, beschreibt unser Beitrag zur Geburtsurkunde übersetzen lassen ausführlich.

Qualität der Scans

Scannen Sie in Farbe, mit hoher Auflösung und allen Rändern. Senden Sie die Rückseite mit, wenn sie Stempel oder Vermerke enthält. Markieren Sie unleserliche Stellen und raten Sie nicht. Bewahren Sie die Originale sicher auf.

Fristen und Kosten

Eine kurze Urkunde lässt sich in ein bis zwei Arbeitstagen übersetzen, doch Beglaubigung und Postversand brauchen zusätzliche Zeit. Eilaufträge kosten mehr. Fragen Sie, ob im Preis zusätzliche beglaubigte Ausfertigungen enthalten sind, denn viele Verfahren verlangen mehrere Exemplare.

Mehrere Dokumente einer Familie

Bei Familienverfahren werden oft Geburts-, Heirats- und Staatsangehörigkeitsurkunden gemeinsam benötigt. Lassen Sie alle Unterlagen vom selben Büro übersetzen, damit Namen und Schreibweisen einheitlich bleiben. Geben Sie eine Namensliste mit, in der jede Person in der gewünschten Schreibweise steht.

Wann die Urkunde veraltet ist

Manche Behörden akzeptieren nur Urkunden, die in den letzten Monaten ausgestellt wurden. Prüfen Sie das Ausstellungsdatum, bevor Sie die Übersetzung beauftragen, damit Sie nicht für ein Dokument zahlen, das später abgelehnt wird. Ist die Urkunde zu alt, beantragen Sie rechtzeitig eine neue Ausfertigung bei der Behörde im Herkunftsland oder über deren Botschaft.

Wenn Angaben in der Urkunde fehlen oder abweichen

Manchmal fehlen Vornamen der Eltern oder Schreibweisen weichen von anderen Dokumenten ab. Der Übersetzer darf nichts ergänzen, kann aber auf Abweichungen hinweisen. Klären Sie solche Fälle vorab mit der zuständigen Behörde, damit Berichtigungen im Original erfolgen und die Übersetzung am Ende zu allen Unterlagen passt.

Dokumentieren Sie jeden Schritt schriftlich und bewahren Sie Belege auf, damit Sie bei Rückfragen schnell antworten können.

Datenschutz

Urkunden enthalten persönliche Daten. Achten Sie darauf, dass das Büro Verschwiegenheit zusichert, Dateien sicher speichert und sie auf Wunsch löscht. Versenden Sie Scans nicht über ungeschützte Kanäle.

Häufige Fehler

Der erste Fehler ist, Namen ohne Vorgabe übertragen zu lassen. Der zweite ist, den Beglaubigungsvermerk zu vergessen. Der dritte ist, mehrere Exemplare erst später zu bestellen. Alle drei lassen sich leicht vermeiden.

Vor der Abgabe prüfen

Vergleichen Sie die Übersetzung mit dem Original: Namen, Daten, Nummern und Stempel. Fragen Sie bei Unsicherheit beim Übersetzer nach, solange eine Korrektur noch möglich ist.

Fazit

Arabische Geburtsurkunden beglaubigt übersetzen zu lassen ist ein planbarer Vorgang. Mit einheitlichen Namen, klaren Scans und einem erfahrenen Büro erreichen Ihre Unterlagen die Behörde ohne Umwege.